Hausratversicherung – sind Golduhren Wertsachen oder Hausrat?

Dienen Armbanduhren in erster Linie dem Ablesen der Zeit? Oder sind sie Schmuckstücke? Darüber stritt ein Versicherter mit seiner Hausratversicherung, nachdem ihm zwei Armbanduhren bei einem Einbruchdiebstahl gestohlen worden war. Nach Auffassung des Bestohlenen sei Hauptzweck der Uhren nicht das “Schmücken des Trägers, sondern das Zeitmessen”. Somit sei es Hausrat. Die Versicherung zahlte ihm mit Hinweis auf die Versicherungsbedingungen pauschal 20.000 Euro, er verlangte aber den Wiederbeschaffungswert in Höhe von 80.000 Euro. Deshalb verklagte er seine Versicherung.

Dem Kläger wurden in seinem Haus von zwei Tätern unter Androhung von Gewalt unter anderem eine Herrenuhr aus massivem 18 Karat Weißgold und Platin sowie eine mit Brillanten besetzte Damenarmbanduhr aus Gelbgold entwendet. Die Uhren befanden sich nicht in einem Tresor. Die Versicherung zahlte an den Kläger 20.000,00 € für den Verlust der Uhren.

Mit seiner Forderung bekam der Kläger allerdings auch in der Berufungsinstanz nicht Recht. Die Entschädigungsgrenze im Versicherungsvertrag, so das Gericht, sei rechtens. Jeder Versicherungsnehmer wisse, dass derartige Gegenstände in besonderer Weise gefährdet seien. Die Klausel mit der Entschädigungsgrenze enthalte auch keine unangemessene Benachteiligung der Versicherungsnehmer. Sie sei vielmehr Ausdruck eines angemessenen Interessenausgleichs. Die Prämienkalkulation sei von hohen Einzelrisiken freizuhalten, die der Betroffene gesondert versichern oder schützen könne.

 

Foto: Oleksandr Delyk/Adobestock

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