Vorkaufsrecht: Wenn Ihre Mietwohnung verkauft wird

Wenn eine Mietwohnung verkauft wird, hat das erst einmal keine Auswirkungen auf das Mietverhältnis. Der Mietvertrag bleibt in der Regel unangetastet. In vielen Fällen haben die Mieter sogar ein Vorkaufsrecht, das sie geltend machen können. Sofern dieses besteht, ist der Vermieter verpflichtet, den Mieter über den Verkauf des Mietobjekts und den Inhalt des Kaufvertrags zu unterrichten. Tut er dies nicht, kann er vom Mieter belangt werden.

Das Vorkaufsrecht gilt jedoch dann nicht, wenn die Wohnung an ein Familienmitglied (Geschwister, Kinder, Nichten und Neffen) oder ein Mitglied des Haushalts des Vermieters – beispielsweise im Haushalt lebende Pflegekräfte – verkauft werden soll.

Sollte der Mieter die Wohnung erwerben wollen, muss er sein Vorkaufsrecht innerhalb von zwei Monaten nach der Mitteilung schriftlich gegenüber dem Vermieter ausüben. Zwischen ihm und dem Vermieter kommt dann ein Kaufvertrag zu den gleichen Konditionen wie der ursprüngliche Kaufvertrag zustande. Die Frist kann nicht durch den Vermieter verkürzt, sondern allenfalls verlängert werden.

Dem Mieter steht sogar eine Entschädigung zu, wenn der Mieter die Informationen über den Verkauf erst zu einem Zeitpunkt erhält, zu dem der Kaufvertrag mit dem Drittkäufer schon abgewickelt und dieser im Grundbucheingetragen worden ist. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Mietern bereits Schadensersatz zugesprochen, weil ihre Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt und später ohne ihr Wissen verkauft wurde. Damit wurde ihr Vorkaufsrecht vereitelt. Grundsätzlich, so entschied der BGH, muss ihnen ihre ehemalige Vermieterin Schadensersatz zahlen.

Kann oder will der Mieter vom Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machen, hat er erst einmal nichts zu befürchten. Rechte und Pflichten des Vermieters gehen auf den neuen Eigentümer über, der Mietvertrag bleibt bestehen. Wegen Eigenbedarfs kann dieser dem Bewohner frühestens nach einer Frist von drei Jahren nach dem Kauf kündigen, auf angespannten Wohnungsmärkten beträgt die Kündigungsfrist sogar fünf oder zehn Jahre.

 

Foto: Butch/Adobestock

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